Alchemie des Herzens

Blei zu Gold

– vom Erkennen und Verwandeln unserer Schicksalsbeziehungen

319657_2012-05-11_fognin_eckschraeg_p7d_hdr3a Unsere karmischen Verstrickungen und Belastungen bergen ein zukünftiges Potenzial. Indem wir ihre Ursache erkennen, ihre Botschaft annehmen und verwandeln lernen, kann dieses Potenzial sich entfalten. Erfahrungen von Begrenzung, Undurchlässigkeit und „bleierner Schwere“ können durch Läuterung und Veredelung in das Gold weisheitsvoller Liebe transformiert werden. Diese Liebe öffnet unser Herz und verwandelt alles, womit sie in Berührung kommt. So wird in einem inneren alchemistischen Prozess „Schicksals-Blei zu Lebens-Gold.“

Alchemie ist die Kunst der Umwandlung und Veredelung der Erdenstoffe, gleichzeitig auch der Umwandlung und Veredelung der Seele. Die mittelalterlichen Alchemisten hatten nicht nur das Ziel, dem Menschen dienliche Substanzen herzustellen, wie zum Beispiel Medikamente, Farben und veredelte Metalle, sondern mithilfe der äußeren Umwandlungsprozesse gleichermaßen ihr Inneres zu läutern. Feuer, Wasser, Luft und Erde bewirken in der stofflichen Welt Zerstörung alter Strukturen, Reduzierung auf das Wesentliche, Reinigung von Unbrauchbarem und Zusammenfügen des Brauchbaren zu neuen Formen. So gesehen ist jeder Verdauungsvorgang, jedes Zubereiten von Speisen, bereits Alchemie. Auch im seelischen Bereich findet fortwährend „innere Alchemie“ statt, indem wir das Vorhandene erst einem Umwandlungsprozess unterziehen müssen, um es zu Eigenem zu gestalten. Gesteigert wird dieser alltägliche Vorgang in so genannten Lebenskrisen und Schicksalsprüfungen, in denen die Notwendigkeit der Läuterung und Wandlung wie von außen „geschickt“ erlebt werden. Entsprechend den Elementen der Natur dienen die Schicksals-Prüfungen der inneren Wandlung. Die Feuer-, Wasser-, Luft- und Erdprobe der früheren Mysterien-Einweihungen haben ihre Entsprechungen auf dem modernen Lebens-Einweihungsweg.

Im Periodensystem der Elemente liegen Blei und Gold dicht beieinander. Die Faszination des Gedankens, aus dem nur wenig schwereren, häufig vorkommenden Blei das kostbare Edelmetall Gold zu gewinnen, liegt nahe.

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Was bedeutet es aber für den inneren Prozess? Wie spiegeln sich chemische Eigenschaften in den seelischen?

Blei ist schwer, dicht, weich, und leicht zu prägen oder zu gießen. Wir benutzen es als Senkblei, Bleiband, Bleischürze (gegen Röntgenstrahlen), zum Lettern-Druck und als Symbol des Schicksals (Bleigießen an Sylvester).

322294_2012-08-05_fognin_firework_p7d_hdr3_1680 Im Kosmos entspricht das Blei dem Saturn, dem äußersten der seit dem Altertum bekannten Planeten, der die Grenze des Sonnensystems bildete, bevor in den letzten Jahrhunderten die „Transsaturnier“ Uranus, Neptun und Pluto entdeckt wurden. Selbst mit einem Ring umgeben, steht er in der Astrologie für das Prinzip der Begrenzung und Struktur, der Disziplin und Pflichterfüllung, der Verantwortung für das Ganze und das gesetzgebende Prinzip, das den Einzelnen in seine Schranken verweist und verbindliche Regeln für alle aufstellt. Dadurch kann sich das Individuum in seiner freien Entfaltung behindert und gehemmt fühlen. Das Ich, das sich sonnenhaft in der Welt darstellen möchte, wird mit dem Anspruch der anderen konfrontiert und muss lernen, sich um der sozialen Integration willen Grenzen zu setzen. Was das Ich zunächst als Einschränkung seiner individuellen Freiheit erfährt, mündet auf dem Weg des Reifens schließlich in der Erkenntnis, dass wirkliche Freiheit nur dadurch zustande kommt, indem man sich selbst Grenzen setzt, so dass sie nicht von anderen gesetzt werden müssen. Das Saturn- Prinzip kann innen oder außen erlebt werden. Wer sich von innen keine Grenzen setzt, erlebt sie von außen. In diesem Sinn verkörpert der Saturn das Gewissen, Erkenntnis und Bewusstheit. Er verlangsamt die äußeren Prozesse in solchen Maße, bis sie vom Bewusstsein wahrgenommen werden können. Mangelnde Bereitschaft zur Integration der äußeren Realität führt zu Enttäuschungen und Leiden, im Extremfall sogar zu Schicksalsschlägen. Das Saturn-Prinzip zu bewältigen bedeutet den Verzicht auf die Vorstellung einer individuellen Freiheit, die sich außerhalb der kosmischenGesetze entfalten könnte.Wer sich gegen dieseGesetze auflehnt,gerät in umso größereUnfreiheit.Angstund das daraus resultierende Streben nach Stärke und Absicherung sind weitere Entsprechungen des Saturn-Prinzips. Der Saturn gilt auch als „Hüter der Schwelle“ zwischen der materiellen und der geistigen Welt. Er konfrontiert uns mit den Härten, Widerständen und Begrenzungen des irdischen Daseins, mit Mangel und Not, Krankheit, Entbehrung und Tod. Die „bleierne Schwere“ äußert sich seelisch in Niedergeschlagenheit, Bedrückung, Erstarrung, Abgeschnittensein. Doch bringt der Saturn auch die Fähigkeit zu Ausdauer, Geduld, Belastbarkeit und freudiger Pflichterfüllung.

Entsprechungen dieser Prinzipien gibt es auch im menschlichen Körper: Die Begrenzung durch die Haut, die feste Struktur der Knochen, aus deren Innerem das neue Blut gebildet wird, und das Milzorgan, das den Abbau der verbrauchten Blutkörperchen und die Filterung organismusfremder Substanzen aus demBlut zu Ausgabe hat.Die Milz dient auch als Puffer für übermäßige Belastungen, beispielsweise zu große Mahlzeiten oder zu starke körperliche Anstrengung. Auch im Seelischen fängt die Milz zu starke Belastungen auf. Sie speichert unverarbeitete Schocks aus früheren Inkarnationen. Diese können in verträglicher Dosierung, manchmal aber auch plötzlich, ins Bewusstsein treten, wenn die Seele stark genug geworden ist, um das früher nicht zu Bewältigende zu verarbeiten.

Gold ist das gediegenste Metall, so gut wie unzerstörbar, unangreifbar, in seinem eigenen Glanz erstrahlend. Es will nur „sich selber sein“. Sein Besitz bedeutete von jeher Reichtum und Macht. Auch im heutigen Wirtschaftsleben dient es noch als Maßstab für den Geldwert und als harte Reserve. Wir schmücken uns damit, um uns aufzuwerten.
Polar zu dieser materiellen Seite hat das Gold aber auch einen spirituellen Wert. Bei den Inkas konnte es niemals im Besitz eines einzelnen Menschen sein, sondern war Eigentum der Götter und durfte nur von Priestern und Eingeweihten gehandhabt werden. Kultgegenstände und Herrschaftssymbole dienten vor allem der Verbindung mit dem Göttlichen, so dass Reichtum und Macht weise eingesetzt und nicht persönlich missbraucht werden sollten.

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